{"id":13624,"date":"2023-02-23T12:31:46","date_gmt":"2023-02-23T11:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/procycons.com\/?p=13624"},"modified":"2025-10-04T19:02:07","modified_gmt":"2025-10-04T18:02:07","slug":"net-zero-erreichen-co2-bilanzierung-dekarbonisierungsstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/procycons.com\/de\/blogs\/net-zero-erreichen-co2-bilanzierung-dekarbonisierungsstrategie\/","title":{"rendered":"Net-zero erreichen: CO\u2082-Bilanzierung &#038; Dekarbonisierungsstrategie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#Einfuehrung\">Einf\u00fchrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Der Weg zu Net-zero\">Der Weg zu Net-zero<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Dekarbonisierungsstrategie, Ma\u00dfnahmenplan und Szenarioanalyse\">Dekarbonisierungsstrategie, Ma\u00dfnahmenplan und Szenarioanalyse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Ausblick: Product Carbon Footprint, CO2-neutrale Produkte und Life Cycle Assessments\">Ausblick: Product Carbon Footprint, CO<sub>2<\/sub>-neutrale Produkte und Life Cycle Assessments<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Resume\">Resum\u00e9<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Quellenverzeichnis\">Quellenverzeichnis<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"1446515025\" class=\"imageWidget align-center u_1446515025\" data-element-type=\"image\" data-widget-type=\"image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" id=\"1979032124\" class=\"\" src=\"https:\/\/lirp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/opt\/blog3_zitat1-1920w.png\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"350\" data-dm-image-path=\"https:\/\/irp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/blog3_zitat1.png\"><\/div>\n<h2 id=\"Einfuehrung\">Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Mit der Versch\u00e4rfung des Klimaschutzgesetzes im Sommer 2021 setzt die Bundesregierung die Leitplanken f\u00fcr die Dekarbonisierung der Volkswirtschaft: Die Bundesrepublik Deutschland und somit auch die gesamte deutsche Wirtschaft muss bis 2045 treibhausgasneutral werden. Bis 2030 m\u00fcssen Emissionen mindestens um 65 % (im Vergleich zum Basisjahr 1990) und bis 2040 um 88 % gesenkt werden (Bundesregierung, 2022). Bis 2030 wurden diese Minderungsziele auch auf Sektoren aufgeteilt: F\u00fcr den Sektor \u2018Industrie\u2019 gilt bis 2030 ein Minderungsziel von 58 % (Umweltbundesamt, 2022).<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen ergibt sich daraus: Langfristiges Ziel eines Unternehmens bei der Messung, Erfassung und Reduktion von Treibhausgasemissionen muss immer die \u2018Klimaneutralit\u00e4t\u2019 des Unternehmens sein. Dass der Handlungsdrang hier gro\u00df ist, ist nicht nur durch die baldigen nationalen Sektorziele f\u00fcr 2030 gegeben \u2013 Je fr\u00fcher gehandelt wird, umso fr\u00fcher kann Net-zero erreicht werden und umso \u00fcberwindbarer werden die Herausforderungen<\/p>\n<p>In den ersten beiden Artikeln der Blog-Reihe wurde ein \u00dcberblick \u00fcber die CSRD, vorhandene Rahmenwerke und deren Anforderungen, insbesondere bez\u00fcglich Klimaschutz gegeben. Vor dem Hintergrund dieser Anforderungen und der deutschen Treibhausgasreduktionsziele beantwortet dieser Artikel die Frage, wie sich der Weg zur Dekarbonisierung eines Unternehmens gestaltet und welche Schrittfolge erforderlich ist.<\/p>\n<h3>Klimaneutralit\u00e4t versus Treibhausgasneutralit\u00e4t: Was ist der Unterschied?<\/h3>\n<p class=\"text-align-left\">In den letzten Jahren hat der Begriff &#8218;Klimaneutralit\u00e4t&#8216; stark an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Unternehmen, St\u00e4dte und L\u00e4nder setzen sich ehrgeizige Netto-Null-Ziele. Bis 2021 war bereits 70 % der Weltwirtschaft durch derartige Versprechen abgedeckt. Doch was bedeutet Klimaneutralit\u00e4t eigentlich genau? Und was ist der Unterschied zur Treibhausgasneutralit\u00e4t oder dem Netto-Null-Ziel? Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und das Umweltbundesamt definieren die Begriffe folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<ul class=\"defaultList\">\n<li class=\"text-align-left\">Klimaneutralit\u00e4t: &#8222;Konzept eines Zustands, in dem menschliche Aktivit\u00e4ten keinen Nettoeffekt auf das Klimasystem haben. [&#8230;]&#8220; (IPCC, 2018; Sieck\/Purr, 2021)<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"defaultList\">\n<li class=\"text-align-left\">Net-zero Emissionen \/ Treibhausgasneutralit\u00e4t:<span class=\"\"> &#8222;Net zero Emissionen sind erreicht, wenn die anthropogenen Treibhausgasemissionen (z.B. CO<sub>2<\/sub>, CH<sub>4<\/sub>) global durch anthropogene Entnahmen \u00fcber einen bestimmten Zeitraum ausgeglichen werden.&#8220; (Sieck\/Purr, 2021)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>Es wird deutlich, dass Treibhausgasneutralit\u00e4t eine Voraussetzung f\u00fcr Klimaneutralit\u00e4t ist. Ein Unternehmen kann zwar Treibhausgasneutralit\u00e4t erreichen, jedoch nicht zwangsl\u00e4ufig Klimaneutralit\u00e4t, da es dabei lediglich um den zeitlich begrenzten netto-null-Zustand geht und nicht um die Konsequenzen menschlicher Aktivit\u00e4ten. Wenn von &#8218;klimaneutralen Produkten&#8216; oder &#8218;klimaneutralen Unternehmen&#8216; die Rede ist, wird in der Regel Treibhausgasneutralit\u00e4t gemeint. Einige Unternehmen sind aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihres Wirkungspotenzials nicht in der Lage, Klimaneutralit\u00e4t als Ziel zu formulieren, sondern lediglich Treibhausgasneutralit\u00e4t. Es ist von grundlegender Bedeutung, wie Unternehmen Netto-Null-Emissionen erreichen, um einen ernsthaften, langfristigen Beitrag zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels zu leisten.<\/p>\n<h2 id=\"Der Weg zu Net-zero\">Der Weg zu Net-zero<\/h2>\n<h3>Der Corporate Carbon Footprint<\/h3>\n<p>Auf dem Weg zur Dekarbonisierung eines Unternehmens ist die Treibhausgasbilanz die Grundlage f\u00fcr alle weiteren Analysen, die Dekarbonisierungsstrategie und die Ma\u00dfnahmenplanung. Sie stellt einen Grundbaustein des Nachhaltigkeitsmanagement dar. Ein Corporate Carbon Footprint ist eine Bilanzierung aller direkten und indirekten Treibhausgasemissionen eines Unternehmens und seiner Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n<p>Procycons nutzt zur Berechnung das Greenhouse Gas (GHG) Protocol des World Resource Institute und den Standard DIN ISO 14064-1 der Internationalen Organisation f\u00fcr Normung, die als die international anerkanntesten Standards f\u00fcr die Treibhausgasbilanzierung von Unternehmen gelten.<\/p>\n<p>Neben Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) m\u00fcssen laut der ISO-Norm 14064-1 bei der Erstellung eines CCFs auch alle weiteren treibhausgasrelevanten Emissionen in die Berechnung einbezogen werden, wie z.B. Methan (CH<sub>4<\/sub>) und Stickstoffmonoxid (N<sub>2<\/sub>O) (<a href=\"https:\/\/procycons.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" type=\"url\">DIN, 2019<\/a>). Nach dem GHG Protocol erfolgt die Erhebung der Treibhausgasemissionen in drei sogenannten Scopes (WRI, WBCSD, 2004):<\/p>\n<p><span class=\"\"><strong>Scope 1:<\/strong>\u00a0<\/span>Direkte Emissionen durch unternehmensinterne Prozesse<\/p>\n<p><span class=\"\"><strong>Scope 2:<\/strong>\u00a0<\/span>Indirekte Emissionen durch Energieverbrauch<\/p>\n<p><span class=\"\"><strong>Scope 3:<\/strong>\u00a0<\/span>Indirekte Emissionen (vor- und nachgelagerte Wertsch\u00f6pfungskette)<\/p>\n<div id=\"1437781250\" class=\"imageWidget align-center u_1437781250\" data-element-type=\"image\" data-widget-type=\"image\"><img decoding=\"async\" id=\"1250973852\" class=\"\" src=\"https:\/\/lirp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/opt\/ghg_scopes-5f9d30d0-1920w.png\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1068\" data-dm-image-path=\"https:\/\/irp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/ghg_scopes-5f9d30d0.png\"><\/div>\n<p>Abbildung 1: GHG Scopes 1-3; Quelle: Auszug aus dem GHG Protokoll<\/p>\n<p>Dabei stellt die Erhebung von Emissionen der Scope 3 Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen. W\u00e4hrend ein Unternehmen \u00fcber Scope 3-Emissionen die geringste Kontrolle hat, sind diese Emissionen gleichzeitig in der Regel der gr\u00f6\u00dfte Hebel zur Vermeidung und Reduzierung, da sie insbesondere bei produzierenden Unternehmen h\u00e4ufig den gr\u00f6\u00dften Anteil an der Treibhausgasbilanz ausmachen.<\/p>\n<p>Bei Procycons erfolgt die Erstellung eines CCFs in f\u00fcnf Schritten:<\/p>\n<h4>1. Analyse der Unternehmensstruktur und Identifizierung wichtiger Stakeholder<\/h4>\n<p>Im ersten Schritt wird die Unternehmensstruktur und Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit mit Blick auf die f\u00fcr einen CCF relevanten Aspekte analysiert. Ein Klimareporting ist \u00fcber die interne Kommunikation und Strategieentwicklung hinweg auch f\u00fcr externe Stakeholder, wie beispielsweise Gesch\u00e4fts- und Endkunden, Gesetzgeber, Investoren, Eigent\u00fcmer etc. relevant. Diese Stakeholder werden im Vorhinein gemeinsam mit dem Unternehmen identifiziert.<\/p>\n<h4>2. Definition der Verantwortlichkeitsgrenzen<\/h4>\n<p>Durch die Definition der Verantwortlichkeitsgrenzen wird der Untersuchungsrahmen des CCF festgelegt. Hier stellt sich insbesondere die Frage f\u00fcr welche Aktivit\u00e4ten, Produktlebenszyklusschritte und Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertsch\u00f6pfungskette (Scope 3) sich das Unternehmen verantwortlich sieht bzw. welche Aktivit\u00e4ten in die Berechnung der Treibhausgasbilanz einbezogen werden sollen. Zudem wird definiert, welche Treibhausgase in die Bilanz einbezogen werden.<\/p>\n<h4>3. Bilanzierung der Treibhausgasemissionen der drei Scopes<\/h4>\n<p>Um Treibhausgasemissionen zu bilanzieren, m\u00fcssen zun\u00e4chst Daten gesammelt werden \u2013 unternehmensintern sowie von Stakeholdern. Zur Berechnung von Transportemissionen in der vorgelagerten Wertsch\u00f6pfungskette m\u00fcssen beispielsweise Informationen von Zulieferern zu Distanzen, Gewichten und Transporttypen eingeholt werden.<\/p>\n<p>Durch die Zuordnung dieser Daten zu Emissionsdaten aus anerkannten, standardisierten Datenbanken (z.B. ecoinvent, ProBas und Defra) k\u00f6nnen anschlie\u00dfend Emissionswerte f\u00fcr die Bilanzierung berechnet werden. Dieser Prozess wird f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten aller drei Scopes und alle relevanten Treibhausgase durchgef\u00fchrt. Die berechneten Werte werden fachgerecht auf Relevanz, Vollst\u00e4ndigkeit, Konsistenz, Koh\u00e4renz, Genauigkeit und Transparenz \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<div id=\"1117254056\" class=\"imageWidget align-center u_1117254056\" data-element-type=\"image\" data-widget-type=\"image\"><img decoding=\"async\" id=\"1990512397\" class=\"\" src=\"https:\/\/lirp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/opt\/blog3_zitat2-1920w.png\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"450\" data-dm-image-path=\"https:\/\/irp.cdn-website.com\/1d761353\/dms3rep\/multi\/blog3_zitat2.png\"><\/div>\n<h4>4. Analyse und Aufbereitung der Ergebnisse<\/h4>\n<p>Die Treibhausgasbilanz wird schlie\u00dflich analysiert und Emissions-Hotspots werden identifiziert. Zudem werden die Ergebnisse transparent und authentisch visuell aufbereitet und f\u00fcr die im Vorhinein festgelegten relevanten Stakeholder verschriftlicht (z.B. in Form eines Nachhaltigkeitsberichts). Die Bilanz und ihre Analyse dienen als Grundlage f\u00fcr die Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie und eines Ma\u00dfnahmenplans zur Emissionsreduktion (vgl. Schritt 2 und 3).<\/p>\n<h4>5. Zertifizierung der Treibhausgasbilanz<\/h4>\n<p>Sofern es das Unternehmen w\u00fcnscht, l\u00e4sst Procycons den CCF durch eine externe Pr\u00fcfungsgesellschaft (z.B. GUTcert oder T\u00dcV) zertifizieren. Eine Zertifizierung sichert zum einen die Belastbarkeit der gemachten Angaben und erh\u00f6ht zum anderen die Integrit\u00e4t und Transparenz gegen\u00fcber Stakeholdern.<\/p>\n<h4>Grundprinzipen f\u00fcr den Weg zu Net-zero: Was sind Science Based Targets?<\/h4>\n<p>Um die globale Erderw\u00e4rmung auf 1,5\u00b0C zu begrenzen, legt die Science Based Targets Initiative (SBTi) Grundprinzipien fest, nach denen Unternehmen Net-zero Ziele setzen k\u00f6nnen. Im Gegensatz zu einfachen Net-zero Zielen erfordern science-based targets einen auf Klimawissenschaft basierenden Dekarbonisierungspfad. Unternehmen, die einen signifikanten Beitrag zur Verringerung des Klimawandels leisten m\u00f6chten, sollten auf science-based targets setzen. Die Carbon Management Hierarchy von Andrews (2014) legt nahe, dass Kohlenstoffbindung nur als letzte Option in Betracht gezogen werden sollte. Die SBTi-Grundprinzipien machen die Fundamente der Klimawissenschaft greifbar und umsetzbar, um Unternehmen beim Klimamanagement zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2 id=\"Dekarbonisierungsstrategie, Ma\u00dfnahmenplan und Szenarioanalyse\">Dekarbonisierungsstrategie, Ma\u00dfnahmenplan und Szenarioanalyse<\/h2>\n<p>Die Entwicklung der Dekarbonisierungsstrategie basiert auf einer internen Analyse der strategischen Ausgangslage und einer externen Analyse des Gesch\u00e4ftsumfelds. Bei der Auswertung dieser Analysen und Erarbeitung strategischer Ziele wird eine Balance zwischen \u00f6konomischen Rahmenbedingungen und \u00f6kologischen Anforderungen angestrebt.<\/p>\n<p>Bestandteil der internen Analyse ist neben der Ermittlung von Kundenbed\u00fcrfnissen eine Technologietrendanalyse, bei der neue Technologien auf ihre Relevanz hinsichtlich der Nachhaltigkeitsperformance und der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit des Unternehmens untersucht werden. Bei der externen Analyse wird einerseits gepr\u00fcft, inwiefern das Unternehmen von aktuellen und zuk\u00fcnftigen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz, Bundes-Klimaschutzgesetz, Kreislaufwirtschaftsgesetz) betroffen ist. Andererseits wird anhand von ESG-Kriterien eine Wettbewerbsanalyse durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auf Basis dieser strategischen Untersuchungen werden der Ma\u00dfnahmenplan und die Szenarioanalyse erarbeitet, die den Weg zur Dekarbonisierung des Unternehmens ebnen. Das \u00fcbergeordnete Ziel ist es, zu evaluieren welche Ma\u00dfnahmen \u00f6kologisch sinnvoll und \u00f6konomisch tragbar sind, um unternehmerische Treibhausgasneutralit\u00e4t zu erreichen. Die Carbon Management Hierarchy nach Andrews und die Prinzipien und konzeptionellen Grundlagen der Science Based Targets Initiative (SBTi) sind dabei von essenzieller Bedeutung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erstellung einer Ma\u00dfnahmen-Long-List gilt es in der Klimabilanz des Unternehmens jeden Unterbereich aller drei Scopes auf Reduktionspotentiale zu untersuchen (vgl. Abbildung 1). Diese Ma\u00dfnahmen werden anschlie\u00dfend auf ihre Machbarkeit untersucht und entsprechend ihrer Effektivit\u00e4t und Effizienz priorisiert. Die daraus resultierende Short-List wird schlie\u00dflich in verschiedenen Dekarbonisierungsszenarien geb\u00fcndelt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist eine Roadmap mit verschiedenen Szenarien f\u00fcr quantitative, verbindliche und realistische Treibhausgasreduktionsziele, die der Erf\u00fcllung der Klimaziele der Bundesregierung und somit der Einhaltung des Klimaschutzgesetzes entsprechen.<\/p>\n<h2 id=\"Ausblick: Product Carbon Footprint, CO2-neutrale Produkte und Life Cycle Assessments\">Ausblick: Product Carbon Footprint, CO<sub>2<\/sub>-neutrale Produkte und Life Cycle Assessments<\/h2>\n<p>Ein Unternehmen, das seinen Corporate Carbon Footprint erfasst und strategische Ma\u00dfnahmen zur Erreichung von Treibhausgasneutralit\u00e4t erschlossen hat, hat wichtige Grundpfeiler zur \u00f6kologischen Transformation seiner Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit gesetzt.<\/p>\n<p>Langfristig gilt es nach der Aufstellung dieser \u00fcbergeordneten Strategie, das Produktportfolio \u00f6kologisch zu optimieren. Die Vorgehensweise ist hier \u00e4hnlich zur Dekarbonisierung von Unternehmen: Zuerst wird ein Product Carbon Footprint (ugs. \u2018CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck\u2019) erhoben. Dieser ermittelt die Treibhausgasemissionen bzw. das globale Erw\u00e4rmungspotential eines Produkts \u00fcber seinen gesamten Lebenszyklus \u2013 von der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung, \u00fcber den Transport, die Produktion und die Nutzung bis hin zum Recycling oder der Entsorgung. Nachdem in der Treibhausgasbilanz Hotspots identifiziert, s\u00e4mtliche Prozesse optimiert und schlie\u00dflich CO<sub>2<\/sub>-Reduktionen erzielt wurden, kann angestrebt werden das Produkt durch CO<sub>2<\/sub>-Kompensation der Restemissionen als treibhausgasneutral zertifizieren zu lassen.<\/p>\n<p>Einen ganzheitlicheren Ansatz bietet das Life Cycle Assessment (oder auch \u00d6kobilanz). Methodisch wird \u00e4hnlich vorgegangen wie beim Product Carbon Footprint, jedoch werden nun mehrere Wirkungskategorien bzw. Umweltauswirkungen in Betracht gezogen. Dies k\u00f6nnen beispielsweise der Beitrag zur Versauerung, Eutrophierung oder zum Ozonabbau sein.<\/p>\n<h2 id=\"Resume\">Resum\u00e9<\/h2>\n<p>Die Blog-Reihe zielte darauf ab, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Dekarbonisierung von der Makro-Ebene der EU (CSRD) bis zur Umsetzung auf Unternehmensebene herunterzubrechen. Dabei wurde im ersten Artikel ein \u00dcberblick \u00fcber die durch die CSRD anstehenden \u00c4nderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung f\u00fcr Unternehmen und \u00fcber die hierf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stehenden Rahmenwerke gegeben. Der zweite Artikel fokussierte sich auf die drei von Procycons empfohlenen Rahmenwerke DNK, GRI-Standards und ESRS und ging auf deren \u00f6kologische bzw. klimarelevanten Anforderungen genauer ein. Vor dem Hintergrund dieser klimarelevanten Anforderungen und dem Klimaschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde im dritten Artikel Schritt f\u00fcr Schritt beschrieben, wie Procycons Unternehmen auf dem Weg zur Dekarbonisierung begleitet.<\/p>\n<p>Die CO<sub>2<\/sub>-Uhr des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) zeigt die Dringlichkeit der \u00f6kologischen Transformation: Bei gleichbleibendem CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df ist das CO<sub>2<\/sub>-Budget zur Einhaltung des 1,5 \u00b0C-Ziels in weniger als 7 Jahren verbraucht (Stand 22.02.2023) (MCC, 2023). Der sich daraus ergebende Zeitrahmen ist deutlich knapper als der zeitliche Druck, der sich f\u00fcr die Einhaltung gesetzlicher Pflichten ergibt. An einer treibhausgasneutralen Wirtschaft f\u00fchrt kein Weg vorbei. Zur Erreichung dieses Ziels kann jedes Unternehmen durch die zeitnahe Dekarbonisierung seiner T\u00e4tigkeiten einen wertvollen Beitrag leisten.<\/p>\n<h2 id=\"Quellenverzeichnis\">Quellenverzeichnis<\/h2>\n<ul class=\"defaultList\">\n<li><span class=\"\">Andrews, J. (2014):\u00a0<\/span><span class=\"\">Greenhouse Gas Emissions Inventory Reports: FY 14 Briefing. The Sustainability Institute. 66,\u00a0<\/span><span class=\"\">[online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/scholars.unh.edu\/sustainability\/66\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/scholars.unh.edu\/sustainability\/66<\/a><span class=\"\">\u00a0(abgerufen am 28.11.2022).\u00a0<\/span><\/li>\n<li><span class=\"\">Bundesregierung (2022):\u00a0<\/span><span class=\"\">Klimaschutzgesetz. Generationenvertrag f\u00fcrs Klima,\u00a0<\/span><span class=\"\">[online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/klimaschutz\/klimaschutzgesetz-2021-1913672\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/klimaschutz\/klimaschutzgesetz-2021-1913672<\/a><span class=\"\">\u00a0(abgerufen am 28.11.2022).\u00a0<\/span><\/li>\n<li><span class=\"\">DIN Deutsches Institut f\u00fcr Normung e. V. (2019):\u00a0<\/span>Treibhausgase\u2013Teil 1: Spezifikation mit Anleitung zur quantitativen Bestimmung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen und Entzug von Treibhausgasen auf Organisationsebene (ISO 14064-1: 2018).<\/li>\n<li><span class=\"\">IPCC, 2018: Annex I: Glossary [Matthews, J.B.R. (ed.)]. In: Global\u00a0<\/span><span class=\"\">Warming of 1.5\u00b0C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5\u00b0C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development, and efforts to eradicate poverty\u00a0<\/span>[Masson-Delmotte, V., P. Zhai, H.-O. P\u00f6rtner, D. Roberts, J. Skea, P.R. Shukla, A. Pirani, W. Moufouma-Okia, C. P\u00e9an, R. Pidcock, S. Connors, J.B.R. Matthews, Y. Chen, X. Zhou, M.I. Gomis, E. Lonnoy, T. Maycock, M. Tignor, and T. Waterfield (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, UK and New York, NY, USA, pp. 541-562, doi:<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1017\/9781009157940.008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">10.1017\/9781009157940.008<\/a>. (abgerufen am 28.11.2022).<\/li>\n<li><span class=\"\">Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (2023):\u00a0<\/span>Verbleibendes CO<sub>2<\/sub>-Budget<span class=\"\">, [online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/forschung\/co2-budget.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mcc-berlin.net\/forschung\/co2-budget.html<\/a><span class=\"\">\u00a0<\/span>(abgerufen am 22.02.2023).<\/li>\n<li><span class=\"\">Science Based Targets initiative (2020):\u00a0<\/span><span class=\"\">Disclosure insight action foundations for science-based net-zero target setting in the corporate sector,\u00a0<\/span><span class=\"\">[online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/sciencebasedtargets.org\/resources\/files\/foundations-for-net-zero-executive-summary.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/sciencebasedtargets.org\/resources\/files\/foundations-for-net-zero-executive-summary.pdf<\/a><span class=\"\">\u00a0<\/span>(abgerufen am 28.11.2022).<\/li>\n<li><span class=\"\">Sieck, L.; Purr, K. (2021):\u00a0<\/span><span class=\"\">Treibhausgasneutralit\u00e4t in Kommunen. Umweltbundesamt,\u00a0<\/span><span class=\"\">[online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/376\/publikationen\/2021-03-24_factsheet_treibhausgasneutralitaet_in_kommunen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/376\/publikationen\/2021-03-24_factsheet_treibhausgasneutralitaet_in_kommunen.pdf<\/a><span class=\"\">\u00a0(abgerufen am 28.11.2022).\u00a0<\/span><\/li>\n<li><span class=\"\">Umweltbundesamt (2022):\u00a0<\/span><span class=\"\">Treibhausgasminderungsziele Deutschlands,\u00a0<\/span><span class=\"\">[online].\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/treibhausgasminderungsziele-deutschlands#undefined\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/treibhausgasminderungsziele-deutschlands#undefined<\/a><span class=\"\">\u00a0(abgerufen am 28.11.2022).\u00a0<\/span><\/li>\n<li><span class=\"\">World Resources Institute and World Business Council for Sustainable Development (2004):\u00a0<\/span>The Greenhouse Gas Protocol: A Corporate Acounting and Reporting Standard.<span class=\"\">\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/ghgprotocol.org\/sites\/default\/files\/standards\/ghg-protocol-revised.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/ghgprotocol.org\/sites\/default\/files\/standards\/ghg-protocol-revised.pdf<\/a><span class=\"\">\u00a0<\/span>(abgerufen am 28.11.2022).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strenge Vorgaben und internationale Standards fordern von Unternehmen pr\u00e4zise CO\u2082-Bilanzen und gezielte Strategien f\u00fcr Treibhausgasneutralit\u00e4t. Im Mittelpunkt stehen konkrete Ma\u00dfnahmen, die den gesamten Lebenszyklus von Unternehmen und Produkten nachhaltig gestalten.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":13923,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-13624","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sustainability-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13624"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17762,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13624\/revisions\/17762"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13923"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/procycons.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}